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Gedanken zum dörflichen Leben

„Auf dem Dorf“ war bis ins 20. Jahrhundert hinein die soziale Kontrolle als wichtiges Steuerungsinstrument immer vorhanden. Der Gedanke daran, was die Anderen über das eigene Tun oder Handeln dachten, übte bewußt oder unbewußt starken Einfluß auf das Verhalten der Menschen aus. Ein Dorfbewohner war zu früherer Zeit gut beraten, Zwistigkeiten mit seinem Nachbarn selbst zu schlichten, anstatt gleich nach der Polizei zu rufen. Sich selbst im Dorf zu isolieren, konnte man sich kaum leisten.

Typisch für das dörfliche Gemeinschaftsleben waren damals vor allem die nachbarschaftlichen Beziehungen. Diese standen früher ganz im Zeichen gegenseitiger Hilfe (Arbeitsspitzen in der Landwirtschaft wie die Ernte, Hilfe bei familiären Anlässen wie Hochzeiten oder Todesfällen), Information und gegenseitiger Kontrolle. Bei der dörflichen Abgeschiedenheit, bei dem noch nicht so ausgebauten System des Versicherungswesens und bei dem Aufeinanderangewiesensein in vielen landwirtschaftlichen Belangen war Nachbarschaftshilfe unbedingt erforderlich. Das enge Zusammenleben, der regelmäßige Umgang miteinander, das gemeinsame Feiern führten dazu, daß man sich gegenseitig genau kannte und daß kaum etwas der Allgemeinheit verborgen blieb.

Mit dem Aufbrechen der dörflichen Stuktur in der neueren Zeit lockerten sich diese engen Bindungen und auch der Einfluß, den eine Dorfgemeinschaft ausüben konnte, ging zurück. Man war und ist zum Teil nicht mehr aufeinander angewiesen, und man fand neue Bekannte und Freunde außerhalb des Dorfes. Waren der Pflege solcher auswärtigen Beziehungen früher durch die eingeschränkte Mobilität (zu Fuß oder ohne Auto zu bewältigenden Strecken) enge Grenzen gesetzt, so sind Entfernungen heute kein wirkliches Problem mehr.

Das Leben im Dorf begann anonymer zu werden. Dauerte es früher nur wenige Wochen, bis man Neubürger genau kannte, so leben heute Familien im Dorf, von denen viele kaum den Namen wissen. Auch unter den Alteingesessenen hat der nachbarschaftliche Verkehr zum Teil nachgelassen.

 

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